Müssen es immer die Platzhirsche sein?

Es müssen nicht immer die Platzhirsche unter den Plugins seinEs ist eigentlich immer wieder das selbe Spiel: Jemand fragt in einem beliebigen WordPress-Forum nach

  • dem besten SEO-Plugin
  • dem besten Caching-Plugin oder
  • dem besten Plugin für mehrsprachige Websites

und die Antworten lauten immer mehr oder weniger unisono:

Und jedes Mal frage ich mich, warum das eigentlich so ist?

Die oben aufgeführten Plugins sind sicher sehr gut. Keine Frage. Aber nicht unbedingt immer und für jeden die perfekte Wahl.

Und es gibt sehr gute Alternativen, die aber in den Debatten leider völlig untergehen.

WordPress SEO von Yoast vs. wpSEO von Sergej Müller

Das Plugin WordPress SEO von Yoast erfreut sich ausgesprochen großer Beliebtheit. Es ist ein sehr umfangreiches Plugin, das viele Möglichkeiten zur Feinjustierung der Suchmaschinenoptimierung erlaubt.

WordPress SEO bringt einige zusätzliche Features mit, die nicht unbedingt klassisches SEO betreffen, aber nützlich sein können. So gibt es z.B. die Möglichkeit, OG-Tags zu hinterlegen (damit kann festgelegt werden welches Bild und welcher beschreibende Text bei der Veröffentlichung des Beitrages auf Facebook & Co. angezeigt wird) und eine XML-Sitemap zu erstellen.

Außerdem bringt das Plugin eine Ampelfunktion, die mit grün, gelb oder rot darauf hinweist, ob man das definierte Suchwort auch korrekt in Text und Überschriften platziert hat.

Die meisten Menschen die ich kenne finden dieses Ampeltool sehr genial. Ich habe allerdings schon recht oft gesehen dass der Wunsch, ein grünes Ampelsignal zu erhalten dazu führte das die Texte doch eher für die Suchmaschine formuliert und die „menschlichen“ Leser ein wenig aus dem Auge verloren wurden.

Wenn man WordPress SEO installiert MUSS man erst einmal ein paar Einstellungen vornehmen, damit das Plugin seinen Job ordentlich macht. Man muss also wissen, was genau man tut und dass es in der Regel sinnvoll ist, Kategorie- und Schlagwortseiten auf „noindex“ zu setzen um Duplicate Content zu vermeiden, um nur mal ein Beispiel zu nennen.

Mein Favorit für die Suchmaschinenoptimierung ist daher das Plugin wpSEO.de von Sergej Müller.

wpSEO kommt sehr viel reduzierter daher als das WordPress SEO-Plugin. Es macht nur genau das, wofür es installiert wurde: Die Struktur der WordPress-Seite möglichst suchmaschinenfreundlich aufzubereiten.

Weder gibt es eine Sitemap noch die Möglichkeit, OG-Tags zu definieren. Dafür gibt es aber die Plugins Google XML Sitemaps und Facebook Open Graph 🙂

wpSEO ist zwar kostenpflichtig (EUR 19,99 für eine Domain bzw. EUR 49,99 für beliebig viele Eigenprojekte), damit werden aber sehr viele der großartigen, kostenfreien Plugins von Sergej Müller wie z.B. Antispam Bee (die in Deutschland eigentlich unverzichtbare Alternative zu Akismet), Antivirus und Cachify mit finanziert.

Für mich der größte Vorteil von wpSEO: Es macht nach der Installation direkt das, was es soll: Es optimiert die Website für Suchmaschinen. Die Grundeinstellungen sind durchdacht und für mindestens 97% aller Websites auch perfekt, so dass man eigentlich nichts mehr ändern muss.

wpSEO bietet eine sehr ausführliche Dokumentation in deutsch und der persönliche Support durch Sergej Müller ist wirklich ausgesprochen gut.

Zu wpSEO habe ich vor einer Weile einmal ein Webinar im WordPress Bistro gehalten. Hier können Sie sich das Webinar anschauen.

W3 Total Cache vs. Zen Cache

Ich will an dieser Stelle ganz ehrlich sein: Mit der Anwendung von W3 Total Cache habe ich keine persönliche Erfahrung. Ich habe es selbst bisher noch auf keiner meiner eigenen Websites eingesetzt und bisher auch nur wenige Kunden, bei denen W3 Total Cache als Caching Plugin eingerichtet ist.

Der Grund für meine Abneigung gegen W3 Total Cache: Das Plugin ist zu komplex. Es gibt viel zu viele Stellschrauben, bei denen man etwas falsch machen kann.

W3 Total Cache ist super für all diejenigen geeignet, die alles selbst exakt kontrollieren möchten – und die genau wissen, was sie tun. Dann ist W3 Total Cache ein großartiges Tool, mit dem man das Caching seiner Website bis ins letzte Detail steuern kann.

Viel zu schnell passiert es aber, dass durch eine falsche Einstellung Fehler entstehen. So kann es z.B. schnell mal passieren, dass man als normaler Besucher die Ansicht des Admins auf die Seite erhält – Weil vergessen wurde das Caching für eingeloggte Besucher zu unterdrücken.

Wer meinen Blog schon eine Weile liest der weiß dass ich Plugin bevorzuge, die auch für Einsteiger leicht zu bedienen und möglichst einfach einzurichten sind.

Ein sehr nutzerfreundliches Plugin ist das oben bereits erwähnte Cachify von Sergej Müller.

Ich persönlich setze für das Caching aber auf „Zen Cache„.

Zen Cache muss man eigentlich nur installieren und aktivieren. Das war’s. Alle wichtigen Einstellungen für das Caching der Website sind bereits vorkonfiguriert und können ohne weitere Anpassungen übernommen werden.

So ist z.B. automatisch sichergestellt das die Inhalte von eingeloggten Benutzern nicht gecacht werden und jemand der einen Beitrag kommentiert hat immer die aktuelle Version des Beitrages angezeigt bekommt (sonst würde er auf der gecachten Version seinen eigenen Kommentar nicht sehen können).

Wenn es Anpassungen an einem Beitrag gibt oder ein neuer Beitrag veröffentlich wird sorgt Zen Cache ganz automatisch dafür, dass alle betroffenen Seiten und Inhalte (Startseite, Blogseite, etc.) automatisch aus dem Cachespeicher gelöscht und aktualisiert werden.

Wer dennoch etwas „aktiver“ Hand anlegen möchte kann das über den Admin-Bereich von Zen Cache tun, wobei die einzelnen Einstellungsmöglichkeiten sehr gut dokumentiert und erklärt sind.

Zu Quick Cache hatte ich bereits einen ausführlichen Blogbeitrag veröffentlicht.

WPML vs. Polylang

Das WPML immer und immer wieder als DAS Plugin für mehrsprachige Websites angepriesen wird ist für mich persönlich ehrlich gesagt ein Mysterium.

Natürlich ist WMPL, wie alle hier vorgestellten Plugins, ein großartiges Tool das seine absolute Existenzberechtigung hat.

Aber: WPML ist unglaublich mächtig und sehr komplex. Die Dokumentation zu WMPL zeigt, wie umfangreich das Plugin ist.

Dazu kommt: Das Plugin ist kostenpflichtig und mit USD 79,00 auch nicht unbedingt ein Schnäppchen.

Hier gilt wieder genau das, was ich bereits zu den anderen beiden Plugins geschrieben habe: Für komplexe Websites mit sehr umfangreichen Anforderungen hat WMPL sicher seine Existenzberechtigung.

Aber: Die meisten mehrsprachigen Websites kommen auch sehr gut mit der kostenfreien Alternative Polylang aus.

Polylang ist sehr leicht einzurichten und bietet vielfältige Möglichkeiten zur Einrichtung einer mehrsprachigen Website. Widgets, Medien, Kategorien, … nahezu jeder Bereich der Website kann mehrsprachig angelegt werden. Auch Alt-Attribute für Bilder sind in mehreren Sprachen möglich.

In einer sehr großen WordPress-Gruppe mit mehr als 10.000 Nutzern habe ich mal die Frage in den Raum gestellt, was genau WPML eigentlich bietet, das man mit Polylang nicht machen kann. Die Übersetzungsverwaltung mit mehreren Benutzern war das einzige Argument, das in diesem Zusammenhang gebracht wurde. Stimmt, das kann Polylang meines Wissens nach tatsächlich nicht.

Aber ich vermute dass die meisten Leser meines Blog Ihre Website vermutlich allein pflegen und diese Option daher eher selten verwendet werden würde.

Meine wirklich ernst gemeinte Frage an die Leser dieses Beitrags: Ich freue mich wirklich über detaillierte Informationen was genau mit WPML sonst noch möglich ist, was mit Polylang nicht zu realisieren ist.

Für alle die mehr zu Polylang wissen möchten, hier geht es zu meiner Polylang-Miniserie.

Das dieser Beitrag kontrovers diskutiert werden kann ist mir bewusst 🙂 Welches sind Ihre persönlichen „Platzhirsche“? Ich freue mich auf Ihren Kommentar.

Bildquelle:
©PictureP – Fotolia.de

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Kommentare

Müssen es immer die Platzhirsche sein? — 14 Kommentare

  1. Hallo Michaela, danke für diesen Artikel. Ich denke, ein weiterer Faktor für die Popularität gewisser Plugins ist ihre englische Sprache und Anzahl an Übersetzungen.

    Kleiner Klugscheiß: „Alt-Tags“ gibt es nicht, aber alt-Attribute … 🙂

    Wie würde dein Vergleich Zen Cache vs. WP Super Cache ausfallen?

    • Hallo Martin, Danke für Dein Feedback.

      Den Patzer mit den Alt-Tags werde ich gleich mal bereinigen. Danke für den Hinweis 🙂

      Herzliche Grüße
      Michaela

  2. Danke für die Vorstellung der guten Alternativen. Auch ich neige immer eher dazu, auf altbewährte und vielfach empfohlene Plugins zurückzugreifen, anstatt mal was neues auszuprobieren. Ich denke vielen Nutzern ist einfach eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Plugins wichtig und diese ist umso wahrscheinlicher, desto mehr Nutzer ein Plugin hat. In dem Zusammenhang bin ich sehr gespannt, wie es nun mit den beliebten Plugins von Sergej Müller weitergeht, nachdem er sich leider aus dem Gebiet zurückzieht.

  3. Hallo Michaela,

    natürlich freut es mich, dass du an wpSEO Gefallen gefunden hast und es gerne nutzt und empfiehlst. Ich bin auch jemand der gerne über den Tellerrand schaut. Beim Cache setze ich beispielsweise die kostenpflichtige Version von WP Rocket ein. Ähnlich wie wpSEO bietet es mir nämlich den Vorteil, nicht mehr viele Einstellungen vornehmen zu müssen. Installieren, aktivieren und noch zwei weitere Klicks. Dann stimmt die Performance im Weblog. 🙂

    OG Tags nutze ich gar nicht. Und für Sitemaps das von dir genannte Plugin. Und für schöne Inhaltsverzeichnisse in den Artikeln, nutze ich TOC+ als kostenloses Plugin.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Bloggen!

    Beste Grüße
    Soeren

    • Hallo Soeren,

      ich freue mich, dass Du Dich auf meinen Blog verlaufen hast 🙂

      Klar empfehle ich wpSEO gern weiter, immer und aus Überzeugung. Und ich freue mich sehr, dass Du das Plugin von Sergej übernommen hast und somit sicher gestellt ist, dass ich es auch weiterhin empfehlen kann.

      Mit WP Rocket habe ich persönlich nicht so gute Erfahrungen gemacht. Es hat mir auf meinem Blog die Google Analytics – Statistiken ziemlich zerschossen und der Support war leider nicht in der Lage, dieses Problem zu lösen. Daher setze ich weiterhin auf die Pro-Version von ZenCache. Pagespeed 97 und 0,8 Sekunden Ladezeit gem. Pingdom sprechen glaube ich für das Plugin 😉

      TOC+ habe ich übrigens auch für meine Workshops im Einsatz – Danke, dass Du es hier nochmal erwähnst 😉

      Herzliche Grüße
      Michaela

      • Da bin ich ja froh, bisher mit dem WP Rocket Support noch keinen Kontakt gehabt haben zu müssen. 🙂 Ein paar Schwierigkeiten hatte ich allerdings mit dem Plugin ebenfalls schon. Jedoch konnte ich sie bisher immer durchs Deaktivieren diverser Funktionen beheben. Analytics-Daten zu verfälschen ist natürlich nicht wünschenswert.

  4. Hallo Michaela,

    als sehr einfach einzurichtendes und sehr wirkungsvolles Plugin kann ich auch WP Rocket empfehlen. Das ist zwar kostenpflichtig (ca. 39€), ist aber quasi wie ein vorkonfiguriertes W3 Total Cache, kann also Caching, Minify, CDN usw.
    Falls man dann doch noch Unterstützung benötigt, bietet das Team auch Support und hilft wenn nötig bei der Einrichtung.

    • Hallo Michelle,

      mit WP Rocket habe ich nicht so gute Erfahrungen gemacht. Hier im Blog hat es mir komplett meine Google Analytics-Statistiken zerschossen und der Support konnte den Fehler nicht finden.

      Zudem fand ich es extrem wenig hilfreich dass die Tutorial-Videos in Französisch waren. Möglicherweise hat sich das jetzt geändert, aber mit einem französischen Tutorial kann ich nix anfangen 😉

      Herzliche Grüße
      Michaela

  5. Hallo Michaela,
    dann bin ich mal wieder hier auf deinem Blog. Also ich setze auf jedem meiner WordPress-Blogs auf das gute Plugin WordPressSEO by Yoast und das ist für mich unverzichtbar. Früher nutzte ich noch All in One SEO, aber das ist nun vorbei und ich mag dieses Yoast-Plugin, weil es mir das bietet, was ich brauche.

    Auch kann ich nicht darauf verzichten, die individuellen Meta-Tags und Beschreibungen zu setzen – natürlich auch das Fokus Keyword beim Yoast Plugin. Auch Blogger sollten sich etwas mit der Suchmaschinenoptimierung befassen und das kann gut möglich sein, dass wenn man das WordPressSEO-Plugin nutzt, die Texte dann stark nach SEO riechen. Man gleitet da ein bisschen vom Geschmack der Leser ab.

    Ich denke, dass ich dennoch für die Leser schreibe. Dass man ein bisschen Text-SEO macht, bleibt aber nicht aus oder…

    • Hallo Alex,
      schön, mal wieder von Dir zu lesen.

      Meta-Tags und Beschreibungen kann man doch auch mit wpSEO setzen? Da verstehe ich Deine Argumentation pro Yoast SEO leider nicht ganz.

      Und auch wenn Du mir das vielleicht nicht glaubst: Ich mache mir hier auf diesem Blog niemals Gedanken darüber welche Keywords ich wie benutze – höchstens für den Meta Title und die Description, aber nie für den Text.

      Mein Credo: Wer über Bananen schreibt, verwendet Begriffe die Menschen die nach Bananen suchen auch verwenden.

      Und ich bin mit dieser Ignoranz was Keyword-Analyse für Texte angeht bisher relativ gut gefahren 😀

      Herzliche Grüße
      Michaela

  6. Hallo Michaela,
    ja, vielen Dank für die nette Begrüssung. Also, wpSEO ist auch kostenpflichtig und ich kaufe keinerlei WordPress-Plugins und verlasse mich auf kostenlose. Ansonsten mit beiden Plugins lässt sich gut arbeiten, keine Frage.

    Ich schreibe auf dem Hauptblog so, dass in den Texten die Keywords ein paar Mal auftauchen, aber an welcher Stelle, ist mir gleich. Meistens ergibt sich das und ich schreibe nach wie vor für die Leserschaft des Blogs 🙂

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